Diakonisse

 

 

„Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die Dienerin der Gemeinde von Kenchreä:

Nehmt sie im Namen des Herrn auf, wie es Heilige tun sollen, und steht ihr in jeder Sache bei, in der sie euch braucht; sie selbst hat vielen, darunter auch mir, geholfen.“

(Rm 16,1-2 EU)

 

RÜCKBLICK:

 

[Witwen:

Ältere Frauen, die verwitwet waren, und keine Wiederverheiratung anstrebten, konnten sich wahrscheinlich durch einen Eintrag in ein Verzeichnis (1Tim 5,9-16), in den Stand der Witwen versetzen lassen. Die Witwen kümmerten sich um die Hilfsbedürftigen, und hatten keine liturgische Funktion.]

 

Die Diakonissen wurden bevorzugt aus dem Stand der Witwen oder bejahrten Jungfrauen berufen.

 

Ihre Aufgaben waren:

- Katechese (Vorbereitung der Katechumenen)

- Assistenz bei der Erwachsenentaufe von Frauen

- Pflege der Kranken weiblichen Geschlechts

- Unterstützung von armen Witwen und Waisen

- Vermittlung von Gesprächen zwischen Bischof und Frauen

- Aufsicht über die Frauen bei den Gottesdiensten

- Betreuung der kirchlichen Paramente (Textilien)

- usw.

Ansonst hatten sie keine liturgischen Aufgaben zu verrichten.

 

Die Weihe (im Westen) erfolgte durch:

- Gebet mit Handauflegung

- Übergabe von Stola, (Schleier,) Ring und Halsschmuck oder Krone

 

 

 

 

Bild:  

 

Hl. Radegundis:  

 

Diakonisse  

 

im 6. Jahrhundert.

 

 

 

Die Diakoninnen hatten enthaltsam zu leben, und ein Mindestalter von  

40 (bzw. 60) Jahren. Ihr Lebensunterhalt wurde von der Kirche bestritten.

Seit dem 5. / 6. Jahrhundert Jahrhundert wurde mit der Zeit auf das Diakonissenamt aus mehreren Gründen verzichtet. Trotzdem soll es noch vereinzelt Diakonissen bis ins 10. Jahrhundert gegeben haben.

 

Das Diakonissenamt wurde in beschränktem Umfang von den Frauenklöstern übernommen.

 

[Nach Sekundärquellen wurde den Karthäuserinnen  – wie bei der Diakonissinnenweihe – Stola und Manipel überreicht: Die geweihten Nonnen (Chornonnen) hatten das Privileg, die Epistel während der Meßfeier; und in Abwesenheit des Priesters, das Evangelium der Matutin, zu lesen.]

 

GEGENWART:
 

Die Wiedereinführung des weiblichen Diakonats wird schon seit längerer Zeit in der byzantinischen Ostkirche und in der römischen Westkirche diskutiert.

 

Die ehemaligen Aufgaben der Diakonissen übernehmen heute Frauenorden bzw. -kongregationen, die z. B. in der Mission, in Krankenhäusern oder Sozialstationen tätig sind.