Erntedank        

        


„Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und wenn ihr dort die Ernte einbringt, sollt ihr dem Priester die erste Garbe eurer Ernte bringen.“

(Lev 23,10 EU)

 

Grundsätzlich können zwei Arten von Erntedank unterschieden werden:

 

I.: Fest nach eingefahrener Ernte:

 

In der römischen Kirche gedachte man besonders im Herbstquatember der Ernte.

 

Die mittelalterlichen Bauern dankten ihren Schutzpatonen an deren Festtag für die Ernte (z. B. hl. Urban (25. Mai): Patron der Winzer).

 

Erntedank selbst feiert man gegenwärtig als Abschluß der Ernte nach dem Michaelisfest (29. September). (Das allgemeine Erntedankfest wird in deutschen Diözesen am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. In den österreichischen Diözesen [auch am ersten Oktobersonntag oder] am Samstag davor.) 

Hierfür werden vor den Altären die Erntegaben kunstvoll für die Segnung aufgebaut.  

 

II.: Segnung der Erstlinsgaben:

 

 

Nach antiker Vorstellung gehörte alles, was die Natur als Erstes hervorbrachte, Gott.

 

Diese Erstlingsgaben wurden zum Tempel gebracht, und dargestellt (symbolisch geopfert).

 

 

Im deutschsprachigen Raum wird die Segnung der Erstlingsfrüchte seit dem 10. Jahrhundert primär in Form der Kräuterweihe am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) gefeiert.

 

Es gab aber noch weitere Segnungen (z. B. Weihe von neuen Weintrauben am Fest des hl. Sixtus II (6. August)).