Mönchsprofeß

 

 

„Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast.

Lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!“

(Ψ 119(118),116 EU)

 

RÜCKBLICK:

 

 

 

 

Wollte jemand Mönch werden, dann zog er sich in die Einsamkeit zurück und unterwarf sich einem erfahrenen Mönch bzw. Abt. Dieser überreichte ihm das entsprechende Mönchsgewand.

 

 

 

 

Die Aufnahme in die Mönchsgemeinschaft erfolgte in mehreren Stufen (z. B.: Postulat -> Noviziat -> Zeitliche Profeß -> Ewige Profeß)

Die Zeremonien in den Klöstern waren sehr unterschiedlich, aber die Kernriten dürften in allen Orden gleich gewesen sein:

 

* Die Aufnahme in das Noviziat (Probezeit):

- Überreichung des Novizensgewands (1)

 

* Die Aufnahme in den Mönchsstand („Ewige oder Feierliche Profeß“):

- Versprechen ( mündlich oder / und schriftlich ), dem Abt und der  

      Klosterregel zu gehorchen (2) (3) 

- Gebet

- Überreichung des Mönchsgewands

- Friedenskuß

 

(1) In späterer Zeit wurde die erste Haarschur (Tonsur) der Novizen, ohne Ritus, im Anschluß an die Novizenfeier vollzogen.

(2) Der hl. Benedikt führte ein neues Element in die Profeßfeier ein: Der Professe verlas ein selbst handgeschriebenes Schriftstück, in welchem er (Orts-)Beständigkeit, monastischen Lebenswandel und Gehorsam versprach. Danach legte er dieses Dokument auf den Altar.

(3) Die Profeß wurde in einigen Orden in Form des Lehenversprechens abgelegt. Hierzu kniete der Professe vor den Abt / Bischof, und legte seine gefalteteten Hände in seine. Hierauf versprach er ihm bzw. der Ordensregel Gehorsam.

 

Beispiel für eine benediktinische Profeß:

 

Aufnahme in das Noviziat:

- Bitte um Aufnahme

- Fußwaschung

- Einkleidung

 

Zeitliche Profeß:

- Bitte um Aufnahme

- Der Novize verlas die Profeßurkunde

- Anschließend sangt er den ersten Teil das „Suscipe me“ (Ψ   

      119(118),116) stehend mit ausgebreiteten Armen;  

      und den zweiten Teil kniend.

- Segnung des Mönchsgewandes und Einkleidung

- Gebete

 

Ewige Profeß (Priestermönche / Chormönche):

 

Vor dem Offertorium innerhalb der Meßfeier:

 

- Gelübde (Frage/Antwort)

- Der Provitent verlas die Profeßurkunde und legte sie anschließend auf  

     den Altar

- Daraufhin sang er den ersten Teil das „Suscipe me“  

      119(118),116) stehend mit ausgebreiteten Armen;  

      und den zweiten Teil kniend.

- Responsorium „Mortuus sum“:

      Im Mittelalter wurde in einigen Klöstern bei der Profeß die  

      Abgestorbenheit gegenüber der Welt symbolisiert: Der Neuprofesse  

      lag zum Responsorium „Mortuus sum“ ausgestreckt auf dem Boden.  

      Über ihn wurde ein schwarzes Tuch ausgebreitet, Weihrauch  

      gespendet und Totenkerzen angezündet.

- Segnung des Mönchsgewandes

- Einkleidung, während der Hymnus “Veni Creator Spiritus”  

      gesungen wurde

- Gebete

- Weihepräfation

- Antiphon und Schlußgebet

- Ansprache

- Der Neuprofesse ging nun zu jedem seiner Mitbrüder und bat kniend  

      um das Gebet. Diese erteilten ihm den Friedenskuß

- Fortsetzung der Meßfeier

- Etwas später erhielt er im Kapitelsaal Sitz und Stimme

 

[Die Profeß der Laienbrüder war einfacher und entielt z. B. keine Weihepräfation]

 

GEGENWART:

 

Die klösterlichen Rituale wurden nach der Liturgiereform überarbeitet.

 

Die Aufnahmeriten der einzelnen Mönchsorden und Kongregationen waren und sind sehr unterschiedlich!

 

* Aufnahme in das Noviziat (im Kapitelsaal):

- Bitte um Aufnahme

- Gebet

(- Wortgottesdienst)

(- Einkleidung des Novizen)

(- Übergabe der Ordensregel)

(- Segnung)

Im Rahmen dieser Feier (oder bei der Profeß) erhält der Novize (Provitent) einen Ordensnamen.

 

 

* Zeitliche Profeß (innerhalb einer Meßfeier):

- Wortgottesdienst

- Bitte um Zulassung

- Ansprache

- Ablegung der Gelübde oder Gehorsamsversprechen gegenüber  

      dem Ordensoberen

- Gebet

(- Ablegung der Profeßformel mündlich oder / und schriftlich)

(- Gebet)

(- Einkleidung)

(- Übergabe des Breviers oder der Ordensregel)

(- Friedenskuß)

- Eucharistiefeier

 

* Ewige Profeß (im Rahmen einer Meßfeier):
- Wortgottesdienst

- Bitte um Zulassung

- Ansprache

- Ablegung der Gelübde oder Gehorsamsversprechen gegenüber  

      dem Oberen

- Allerheiligenlitanei

- Gebet

(- Ablegung der Profeßformel mündlich oder / und schriftlich)

(- Der Neuprofesse singt das „Suscipeme“ (Ψ119(118),116))

- Segensgebet über den Neuprofessen

(- Einkleidung mit dem Ordensgewand z. B. Kukulle)

(- Friedenskuß)

- Eucharistiefeier

 

Bei den Profeßjubiläen zum 25. und 50. Jahrtag der Profeß kann eine Erneuerung der Gelübde innerhalb einer Meßfeier erfolgen.

 

Bei der Profeß von Ordensfrauen (Monialen), welche innerhalb eines Klosters leben, werden Elemente aus der Jungfrauenweihe hinzugefügt (Schleier, Ring, usw.)

 

Auch „Weltliche“, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einer Klosterfamilie anschließen, werden durch einen kleinen Ritus in die Oblaten- o. Terziaren- o. Familiarengemeinschaft aufgenommen.