Weihrauch

        


 „Aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor.“

(Offb 8,4 EU)

 

RÜCKBLICK:   

 

Weihrauch entsteht durch verbrennen von Harzen (o. ersatzweise Thymian) auf glühenden Kohlen. Das Harz kann vom Weihrauchbaum (Boswellia sacra) oder anderen Bäumen stammen.  

 

 

 

Bereits in der Antike wurden verschiedene Substanzen (z. B. Harz, Zyperngras, Myrrhe, usw.) für Räucherwerk verwendet. Diese Mischungen wurden für den heidnischen Kult, aber auch für medizinische Zwecke verbrannt.

 

 

 

 

Ursprünglich verwendeten die Christen Weihrauch nur bei Begräbnissen. Eventuell von Jerusalem ausgehend, wurden Beweihräucherungen seit  

dem 4. Jahrhundert auch bei anderen Gottesdiensten vorgenommen. Im Abendland setzte sich die Verwendung von Weihrauch im Frühmittelalter durch.

 

Weihrauch wurde an mehreren Stellen während der Gottesdienste verwendet:

- Zum Magnifikat im Vespergottesdienst

- Bei festlichen Prozessionen wurde Weihrauch vorangetragen

- Zum Evangelium in der Meßfeier

- Während der Gabenbereitung in der Meßfeier

- Beim Begräbnis und Totengedenken

- Bestandteil der Altarweihe

- Bei der Glockenweihe

- usw.

Jede diese Beräucherungen hat ihre eigene Bedeutung. 

 

 

 

Vor der Beweihräucherung wurde Weihrauch auf glühende Kohle in das Weihrauchfaß eingelegt und vom Zelebranten gesegnet.

 

 

Zur Spendung der Inzensation verwendete man ein Weihrauchfaß: An Ketten hängende Räucherpfanne mit hochziehbarem Deckel.

 

 

Beweihräuchert wurden vorwiegend Altar, Kreuz, Evangelium und Gottesdienstteilnehmer (entsprechend ihres Rangs).

 

 

Als Ausdruck der Anbetung kam die Inzensation der Eucharistischen Gaben hinzu:

- Wandlung während der Meßfeier

- Prozession mit dem Allerheiligsten (Monstranz)

- Aussetzung des Allerheiligsten

 

Weihrauch wurde im römischen Ritus nur bei feierlichen Gottesdiensten und bei Beerdigungen verwendet.

 

In den Alpenregionen war es volkstümlicher Brauch, Häuser und Stallungen in den Rauhnächten (Tage zwischen Weihnachten und Dreikönig) „auszuräuchern“.

 

GEGENWART:

 

Die Verwendung von Weihrauch wurde übernommen, und kann in jeder  Meßfeier verwendet werden.

 

Außerhalb der Gottesdienste wird Weihrauch bei der Sternsingeraktion verwendet.