Weihwasser

 

 

„Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut.

Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!“

(Jes 1,15-17 EU)

 

RÜCKBLICK:

 

In der Antike wurden Gebete im Stehen mit erhobenen Händen verrichtet (Orantenstellung).

In diesem Zusammenhang war der Begriff „unreine Hände“ gleichbedeutend mit Sünde.

So wuschen sich die Christen vor dem Kirchgang symbolisch die Hände. Diese Händewaschung war ein nonverbales Gebet mit der Bitte um Süngenvergebung (s. Ψ 51(50),4.9). Ein Überbleibsel dieser alten Sitte ist in Form der Bekreuzigung mit geweihtem Wasser beim Eintreten und Verlassen der Kirche auf uns gekommen.

 

 

Das Weihwasser wurde in erster Linie für Besprengungen verwendet.  

 

 

Mit den Aspersionen war der Wunsch verbunden, Gott möge Segen spenden und Böses abwenden.

 

 

 

Bei der Weihe von Wasser wurde gesegnetes Salz dazugegeben.

 

Seit dem Mittelalter wurde vor der sonntäglichen Meßfeier die Kirche mit Weihwasser besprengt („Asperges me“ bzw. „Vidi aquam“).

 

Weihwasser oder „Gregorianisches Wasser“ (Mischung aus Wasser, Salz, Asche und Wein) wurde auch zur Entsühnung oder Weihe von hl. Orten (Kirchen, Friedhöfe) verwendet.

 

GEGENWART:

Die Verwendung von Weihwasser dient heute ausschließlich dem Gedächtnis der eigenen Taufe!

 

Mögliche Verwendung von Weihwasser:

- „Sonntägliches Taufgedächtnis“ anstelle des Confiteors in der Meßfeier

- Zu Beginn der Krankenliturgie (Krankenkommunion, Krankensalbung,  

      Versehgang, usw.)

- Begräbnis und Gräberbesuch 

- Bei Segnungen

- Weihe einer neuen Kirche

- "Osterwasser" in der Osternacht

- „Dreikönigswasser“ am 6. Januar